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Das Allerwichtigste ist die Mannschaft

Das Allerwichtigste ist die Mannschaft

Das Jahr 2020 hat viele Menschen und ganze Unternehmen in turbulente Zeiten geschubst: Digitalisierung auf Speed und Teamgeist waren gefragt. Wie er die Zeit erlebt hat und worauf es für ihn in Zukunft ankommt – ein Beitrag von KRONGAARD Vorstand Jan Jagemann.

Die ersten Tage im März

Anfang März war ich noch Skifahren. An keinem der bekannten Hotspots, aber trotzdem wurde mir mulmig beim Blick auf die Nachrichten. Da war ein starkes inneres Unbehagen. Aber dann dachte ich auch, dass schon alles wieder gut werden würde. So wie eigentlich immer.

Keine zwei Wochen später brachen die wilden Tage über uns herein. Die Tragweite der Geschehnisse wurde langsam allen klar. Auch uns. Eilig versammelten wir eine Taskforce, wir schlossen unsere Büros, schickten Kolleginnen und Kollegen ins Homeoffice. Das klappte reibungslos. Wir funktionierten. Doch besonders abends kamen die verworrenen Gedanken: Wie würde sich alles entwickeln? Gesundheitlich in der Familie? Gesellschaftlich? Und natürlich auch wirtschaftlich.

Als Unternehmen waren wir unmittelbar vor Corona sehr stark auf gesunden Beinen gewachsen, viele neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren an Bord gekommen. Auf einmal wurden die Aussichten von heute auf morgen trüber. Als Unternehmer spüre ich in solchen Situationen nicht nur für die eigene Familie Verantwortung. Es geht nicht mehr um Zahlen, sondern um Menschen. Wie würde sich unser Geschäft verändern? Wie würden wir die Krise, die sich brachial ankündigte, überstehen?

Als Unternehmer muss ich strategisch denken. In Ausnahmesituationen wie dieser noch präziser als im Alltag. Jede Entscheidung hat Folgen. In Krisen sind diese oft schwerwiegender als zu normalen Zeiten. Eine erfolgversprechende Strategie bedarf möglichst vieler gesicherter Informationen und setzt ein gewisses Maß an Erfahrung voraus. Im März fehlte uns beides. Weder besaßen wir die Erfahrung im Umgang mit einer so dramatischen Gemengelage, noch wussten wir, was uns hinter der nächsten Kurve erwarten würde. Wenn wir ehrlich sind: Wir wussten nicht einmal, wann die nächste Kurve kommen würde. An diese Tage im März werden wir uns noch viele Jahre erinnern.

Die Mannschaft ist alles

Vielerorts war die Verunsicherung spürbar. Das beste Mittel dagegen sind Informationen und der damit verbundene Abbau von Ungewissheiten.
Wir steigerten den Takt der internen Kommunikation. Wir wollten jeden in der Firma informiert halten, bemühten uns um Transparenz, Verbindlichkeit, um eine konkrete, bestärkende Ansprache. Dazu mussten wir den Flow an Kommunikation ohne die räumliche Nähe eines Büros bewahren. Nur wenn uns das gelänge, würden unsere Mitarbeiter die nötige Sicherheit bekommen und sich hundertprozentig auf den Job konzentrieren können. Dieser hatte von heute auf morgen noch mehr an Komplexität gewonnen. Unsere Kolleginnen und Kollegen mussten den Kontakt zu unseren Kunden und Beratern nicht nur halten, sondern intensivieren. Sie mussten unser Geschäft sichern.

Das Allerwichtigste ist die Mannschaft – diese Erkenntnis sollte mittlerweile bei jedem Unternehmer angekommen sein. Im März, der sehr viel Negatives brachte, war das die große positive Nebenwirkung: Das Bewusstsein für die Schaffenskraft, die Leidenschaft und der optimistischen Verwegenheit der eigenen Leute hat sich noch stärker als vorher bei uns manifestiert. Wir haben bei uns eine großartige Ansammlung von Menschen, die von jetzt auf gleich die Herausforderungen im März gemeinsam annahm. So viele probierten mit Kreativität und Einsatz neue Wege aus und entwickelten Konzepte. Sie machten einfach. Das zu erleben, war eine Erfahrung, die bleiben wird.

Unsichere Zeiten müssen wir gemeinsam durchstehen und durchleben. Wir müssen Möglichkeiten ergreifen und das Beste geben, selbst wenn wir nicht wissen, ob wir das Richtige tun. Es klingt komisch: Aber als Unternehmer hat sich bei mir trotz der Turbulenzen irgendwann eine gewisse innere Ruhe eingestellt. Ein großes Learning war, dass es immer weitergeht, wenn wir uns den Herausforderungen stellen und – noch wichtiger – mit Menschen zusammenarbeiten, denen wir uneingeschränkt vertrauen.

Erst kürzlich habe ich einen sehr spannenden Satz gelesen: „In a crisis, we follow leaders because we have confidence in their compass, not in their map.“ Manchmal gibt es eben keine erprobte Strategie, keinen perfekten Businessplan, keinen auf einer Karte eingezeichneten Weg. Aber du hast deine Erfahrungen, deine Werte, deine Intuition: deine Haltung. Selten zuvor hatte ich mich so intensiv mit der Frage beschäftigt, was für ein Partner, Chef oder Kollege ich sein möchte. Durch die positiven Erfahrungen mit unserer Crew bin ich heute schlauer: Ich möchte jemand sein, dem uneingeschränkt vertraut wird.

Wir haben eine Chance

Als Familie buchen wir unsere Ferienreisen seit Jahren über ein kleines Reisebüro in Eppendorf. Der Inhaber selbst kennt uns, kümmert sich super um jede kleine Umbuchung und weiß immer Rat. Seit März kämpft er mit seinem Team ums Überleben, weil sie von heute auf morgen fast nur noch Stornos bearbeiten dürfen.

Es bewegt mich, wie der Pandemie-bedingte Lockdown Branchen trifft, die kaum oder keine Ausweichmöglichkeiten mehr haben. Restaurantbetreiber, Kulturschaffende, Hoteliers und andere Begegnungsorte müssen schließen. Sie dürfen keine Kunden, kein Publikum empfangen. Ich muss oft an die Menschen denken, die über lange Zeit mit unheimlich viel Herzblut und Ausdauer etwas aufgebaut haben. Die unverschuldet um die Jahre harter Arbeit, Mut und Leidenschaft bangen müssen. Zugleich wird einem bewusst, welch ein Privileg es ist, überhaupt eine Möglichkeit zu haben, einen Ausweg aus eigener Kraft suchen zu dürfen.

Wir hatten Glück. Die abrupte Veränderung hat eine enorme Menge Kreativität freigesetzt, weil wir plötzlich neu denken mussten. Wir hatten keine Wahl – das Streben nach unbekannten Lösungen war alternativlos. Das „Digitalisieren auf Speed“ und unter Druck hat einen förmlich über die Kante „geschubst“.

Daraus ist unheimlich viel Gutes entstanden. Bei allem Mitgefühl für die Luftfahrt: Wie viele innerdeutsche Flüge für ein Meeting von zwei bis drei Stunden wurden in den vergangenen Monaten von super-effizienten Videokonferenzen ersetzt? Wir sparen Zeit und noch kostbarer: CO2. Es geht mir nicht allein um digitale Lösungen wie Online-Fitnesskurse oder Skype-Weinverkostungen oder das Kartografieren neuer digitaler Kanäle in unserer Zusammenarbeit. Vielmehr hoffe ich, dass sich eine Denkweise etabliert hat, die es uns langfristig einfacher machen wird.

In den vergangenen Monaten haben wir gelernt, dass viele Bedenken unnötig waren, wenn es um neue Lösungen geht. Wir sind offener gegenüber Innovationen geworden. Hoffentlich denken wir alle miteinander künftig noch zukunftsgewandter.

Aus Zielen müssen wir Projekte formen

Zurück in den März. Zurück zu den Tagen, an denen wir aus Milchglasfenstern in die Zukunft blickten. Wie würde sich die Projektarbeit durch Corona, die Wirtschaftskrise und die stark beschleunigte Digitalisierung verändern? Wir hatten damals Szenarien, Erwartungen, Hoffnungen – aber Prognosen, die auf soliden Daten und Erkenntnissen fußten, die hatten wir nicht. Heute, neun Monate später, ist das anders.

Die verstrichene Zeit zeigte eines: Wenn du nicht in der Lage bist, schnell auf Veränderungen zu reagieren und dich neuen Bedingungen anzupassen, dann hast du ein Problem. Die Bedeutung unserer Reaktionsgeschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit erlebten wir. Gute Berater, selbständige Projektexperten, die einen Wissensvorsprung haben und den mit dir teilen, die sich auf einem Feld geschmeidiger bewegen als du selbst, sind in diesen Phasen (und nicht nur in diesen) stützende wie antreibende Begleiter. Als Unternehmerin oder Unternehmer, als ganze Firma kannst du meinen, alles alleine zu können. So sollte aber niemand denken.

Vielmehr müssen wir in der Lage sein, aus einem Ziel ein Projekt zu formen. Und dieses müssen wir mit den richtigen Menschen besetzen, von denen jeder eine ganz tiefe und besondere Expertise und reichlich Erfahrung mitbringt. Nehmen wir die Migration von Anwendungen in die Cloud oder Fragen zur Architektur der IT Security: Wer will sich da nicht liebend gern auf jemanden verlassen, der auf diesem Gebiet mehr weiß und kann als man selbst?

Ich vergleiche das mit einer Knie-OP. Da bevorzuge ich persönlich einen Chirurgen, der jede Woche mehrfach diese OPs durchführt und nicht nur einmal im Jahr. Das Beispiel Knie-OP mag abstrakt klingen. Aber es steht für die neuen Anforderungen mit steigender Komplexität, die uns in Zukunft in noch höherer Frequenz ereilen werden.

Zum Glück steigt zugleich das Angebot an verfügbaren Experten. Auch weil viele innovative Leistungsträger die Selbständigkeit positiver sehen als noch vor 20 oder 30 Jahren. Ich bin überzeugt, dass das Modell des „beratenden Freelancings“ zukünftig enorm wachsen wird.

Berlin Calling – Wachstum in der Krise

Für uns wird es im kommenden Jahr entscheidend sein, wie wir dem Bereich „beratende Selbständigkeit” auch in der politischen Wahrnehmung den Stellenwert geben können, den er verdient. Viele tolle Frauen und Männer wagen mit Ihrer Erfahrung im Gepäck, dem Mut im Bauch und einem kostbaren individuellen Wissensschatz den Weg der Selbständigkeit. Weil wir die Debatte um „Freelancing“ oft eindimensional führen, begegnet ihnen die Politik aber mit Skepsis.

Da wird von „der Clickworkerin“ oder „dem Kurierfahrer“ gesprochen, als gäbe es nur diese Formen der Selbständigkeit. Teilweise sind Probleme und Strukturen entstanden, die wir auflösen müssen.

Diese schlechten Beispiele sollten aber nicht den kompletten Begriff der „Selbständigkeit” kontaminieren. Es sind zu großen Teilen freiwillig, aus vollem Bewusstsein und Verantwortungsgefühl selbständig tätige Menschen, die jeden Tag unsere Gesellschaft bereichern, die Probleme lösen und unser Zusammenleben verbessern. Wir sollten sie mehr wertschätzen.

Wir haben in diesem Jahr bewusst die Entscheidung für die Eröffnung einer neuen Niederlassung getroffen. Wachstum in Zeiten der Krise. Unser Team Berlin beginnt sogar eher als geplant, weil wir überall sehen, wie stark der Bedarf nach kompetenter Beratung steigt. Sowohl bei den selbständigen Expertinnen und Experten als auch in den Unternehmen.

Wir schauen positiv nach vorne, weil uns dieses Jahr eines gelehrt hat: Pessimismus lähmt. Mut, Optimismus und Teamwork geben dagegen Kraft. Die werden wir in den kommenden Jahren brauchen.

Über den Autor

Jan Jagemann ist Mitgründer und Vorstand der KRONGAARD AG. Der Projektdienstleister berät Unternehmen bei der Beauftragung von hoch spezialisierten, selbständigen Projektexperten. Sein Unternehmen schöpft dabei aus einem Portfolio von über 20.000 Experten und kleinen Beratungshäusern.

Jan Jagemann - Vorstand der KRONGAARD AG

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