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Interim Management – Die neue Rolle des CFO

Interim Management – Die neue Rolle des CFO

Das hohe Tempo und die gestiegenen Anforderungen in und an Unternehmen jeder Größe hat auch Auswirkungen auf die Rolle des CFO – und damit auch auf die des Interim CFO. Wie diese aussehen, und was ein selbstständiger Experte heutzutage mitbringen muss, erläutern Andreas Brück, Bereichsleiter Sales bei KRONGAARD, und Mario Hoffmann, selbstständiger Interim Manager und Berater im Bereich CFO Services – Interim, Beratung, Projekte.

Herr Hoffmann, der Einsatz von Interim CFOs ist ein Wachstumsmarkt*. Was sagen Sie als freier Experte und Branchenkenner: Worin ist diese Entwicklung begründet?Mario Hoffmann:
Zunächst einmal ganz allgemein in der zunehmend steigenden Akzeptanz des Interim Managements als flexibles Personalinstrument in Sondersituationen und im Projektgeschäft. In diesen Situationen werden vorübergehend spezifisches Know-how, zusätzliche Kapazitäten und die besondere routinierte Fähigkeit zu kurzfristiger und zielgerichteter Intervention benötigt. Diese Entwicklung betrifft auch gar nicht nur den CFO-Bereich alleine.

Anforderungen sind komplexer geworden und die Geschwindigkeit von Prozessen in Unternehmen steigt kontinuierlich.

Was im speziellen macht den Einsatz von Spezialisten, wie Sie es sind, für Unternehmen immer notwendiger und sinnvoller?

Mario Hoffmann:
Die Anforderungen sind komplexer geworden und die Geschwindigkeit von Prozessen in Unternehmen steigt kontinuierlich.  Dieses gilt vor allem für den „echten“ CFO mit kaufmännischer Gesamtverantwortung. Dieser verantwortet nicht nur den Finanzbereich, sondern auch andere kaufmännische Bereiche wie HR, Legal, Einkauf oder IT und/oder trägt zusätzlich Projektverantwortung beispielsweise in der Restrukturierung oder bei Transformationsvorhaben, bei M&A-Aktivitäten und Post-Merger-Integrationen oder bei der Einführung vom BI-Systemen.  Wir sehen, das Anforderungsprofil ist hoch und wächst stetig weiter. Nicht jeder Finanzler oder Controller hat in seiner beruflichen Karriere bereits diese breiten Erfahrungen und spezifische  Kompetenzen sammeln können.

Das klingt, als hätte sich die Rolle des CFO stark gewandelt?

Mario Hoffmann:
Genau, vor allem beim „echten“ CFO. Der ist zunehmend Planungs-, Umsetzungs- und Sparringspartner des CEO für die strategischen Themen – insbesondere bei der Schaffung von Synergien und Expansion durch anorganisches Wachstum und bei Personalstrategien. Oder er ist an der Umsetzung unmittelbar beteiligt. Er fungiert unter anderem als zentraler Ansprechpartner für das unternehmensweite Leistungsmanagement und die integrierte Unternehmenssteuerung und als Daten-Manager für Controllingzwecke mit hoher Affinität zu komplexen IT-Themen. Zudem kommt ihm eine zentrale Kommunikationsrolle in den verschiedenen Unternehmensgremien und -organen sowie gegenüber Investoren und dem Kapitalmarkt zu. Nicht selten ist er auch persönlicher Ansprechpartner mit beratender Funktion in speziellen Finanz- und Beteiligungsthemen für die Inhaber von  Familienunternehmen.

Andreas Brück:
Das kann ich nur bestätigen. Längst geht es nicht nur um Financial Business als Kernaufgabe. Die Herausforderungen sind ob der Themen Digitalisierung und Transformation komplexer geworden. Diese Dynamik bilden wir ab, indem wir den Unternehmen passgenaue Spezialisten wie Herrn Hoffmann empfehlen.

Wie lange sind Sie, Herr Hoffmann, bereits als selbstständiger Spezialist und CFO im Interim Management tätig?

Mario Hoffmann:
Über 13 Jahre, wobei der Start in die Selbständigkeit schon 18 Jahre zurückliegt und auch von Phasen der Festanstellung als CFO und Geschäftsführer unterbrochen war. Ich habe BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsprüfung, Internationale Rechnungslegung, Unternehmensführung und Controlling studiert. Nach meinen Einstieg als Wirtschaftsprüfer und Berater verspürte ich nach 5 Jahren den Wunsch, in die Managementverantwortung auf Mandantenseite zu wechseln. Ich war dann für ein börsennotiertes Unternehmen in den Bereichen Finanzen, Beteiligungscontrolling, Konzernrechnungslegung und Kapitalmarkt-Kommunikation tätig. 2001 platzte dann die Börsen-Blase und ich stieg in das Interim Management ein.

Warum haben Sie sich persönlich dazu entschlossen, als selbstständiger Experte tätig zu sein?

Mario Hoffmann:
Ich fand die Idee spannend, mich selber als Marke zu etablieren und als beratungsnaher Umsetzungsmanager beziehungsweise als umsetzungsorientierter Berater zu wirken und dabei mit attraktiven Honoraren zwei Welten zu vereinen. Ich war damals mit 33 Jahren noch recht jung in der Interimszene. Später kam die Erkenntnis hinzu, dass ich mit der Konfrontation mit immer wieder unterschiedlichen Aufgabenspektren, Unternehmenssituationen und Branchenkulturen das eigene Profil in unglaublicher Art und Weise schärfen kann. Das haben Sie so in einer Festanstellung nicht unbedingt. Im Grunde ist das eine nie endende Managerausbildung – mit einer sehr hohen und steilen Lernkurve in einer unendlich breiten Palette von Fach- und Führungsthemen. Die sozialen Kosten des „Nomadenlebens“ stehen dem allerdings auch negativ gegenüber, was mich zwischenzeitlich unter anderem auch bewogen hat, mal wieder eine Festanstellung anzunehmen. Dadurch habe ich auch die Erkenntnis gewinnen können, dass es manchmal durchaus einfacher ist, kurzfristige Erfolge innerhalb von sechs, zwölf oder achtzehn Monaten als Interim Manager zu generieren, als  langfristig über Jahre ein Unternehmen durch unterschiedliche Gewässer zu manövrieren. Tatsächlich zeigt sich die Nachhaltigkeit eines erzielten Erfolges erst nach längerer Zeit, manchmal erst nach drei bis fünf Jahren. An dieser Erkenntnis orientiert sich mein heutiges Tun, es sei denn der Auftrag lautet explizit anders. Das entscheidet natürlich der Kunde.

Sie haben es bereits angedeutet, aber würden Sie noch einmal zusammenfassen, welche besonderen Eigenschaften ein CFO auf Zeit mitbringen muss – fachlich wie persönlich – um ein Projekt erfolgreich zu steuern?

Mario Hoffmann:
Tatsächlich ist das projekt- und auftragsbezogen immer höchst unterschiedlich. Manchmal ist es nur die Kompetenz eines Leiters ReWe oder Controlling oder die eines Projektmanagers für Einzelthemen und Sondersituationen und ein anderes Mal wird ein „echter“ CFO gesucht. In erster Linie müssen natürlich die fachlichen Voraussetzungen und die entsprechende Erfahrungen vorhanden sein, dies meistens auch noch in der gewünschten Branche. Noch wichtiger ist meines Erachtens aber die persönliche, situative und kulturelle Passgenauigkeit. Jemand, der keine Konzernstrukturen kennt, wird sich auch nicht in solchen wohlfühlen. Und umgekehrt. Unerlässlich sind außerdem die schnelle situative Adaptionsfähigkeit und die Vernetzung in kürzester Zeit. Bei der Umsetzung brauchen Sie Ruhe, Transparenz und Sicherheit, um Unsicherheit und Ängste bei vorhandenen Mitarbeitern, Kollegen und manchmal auch Vorgesetzten zu reflektieren und abzubauen. Das braucht Empathie. Kurz gesagt, je ausgeprägter die Führungs- und Kommunikationskompetenz sowie die Routine und Erfahrung aus Sondersituationen sind, desto geeigneter und erfolgreicher ist ein Interim Manager.

Allein das Thema Digitalisierung oder Transformation und die damit verbundenen regulatorischen Anforderungen sorgen dafür, dass selbst Mittelständler teilweise über 100 Projekte in ihrem Unternehmen laufen haben.

Herr Brück, wie sieht die Marktentwicklung beim Einsatz von selbstständigen Experten aus? Welche Art von Unternehmen setzt bevorzugt auf Interim Manager CFO?

Andreas Brück:
Wir befinden uns in einer absoluten Projektgesellschaft. Das hat zur Folge, dass heutzutage so gut wie kein Unternehmen und auch keine Branche ausreichend qualifizierte, festangestellte Mitarbeiter hat, um die Vielzahl an Aufgaben zu bewältigen. Die Komplexität und das Tempo in der Wirtschaft steigen. Allein das Thema Digitalisierung oder Transformation und die damit verbundenen regulatorischen Anforderungen sorgen dafür, dass selbst Mittelständler teilweise über 100 Projekte in ihrem Unternehmen laufen haben. Hinzu kommt der Fachkräftemangel. Die Dienstleistung, mit dem richtigen Partner passgenaue Spezialisten für Projekteinsätze und Interimvakanzen auf dem Markt zu finden, ist ein Riesenmehrwert. Wir sehen hier ganz klar einen hohen Bedarf in der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmen, die auf diese Dienstleistung zurückgreifen, sind übrigens vielfältig und reichen von großen, deutschen Konzernen aus dem DAX-Umfeld, bis hin zu Mittelständlern oder Start-ups. Unsere Kunden stammen aus dem Mittelstand bis hin zu internationalen Konzernen aus allen Branchen.

Welche Projektbereiche oder Schwerpunkte treten im Interim Management häufig auf?

Andreas Brück:
In der Vergangenheit handelte es sich im Financial-Bereich meist um Projekte mit regulatorischen Anforderungen. Die  IT-Komponente war schon immer anteilig vertreten – und steht heute klar im Mittelpunkt. Die Themen Digitalisierung und Transformation haben für Dynamik gesorgt und neue Bedürfnisse in allen Branchen hervorgerufen.

Und welche Vorteile hat ganz konkret die Zusammenarbeit mit Dienstleistern wie KRONGAARD für Unternehmen?

Andreas Brück:
Selbständige Experten haben durch ihre Stellung außerhalb des Unternehmens die Möglichkeit, Prozesse kritisch zu hinterfragen und den Finger in die Wunde zu legen. Vor allem aber bringen Sie ein passgenaues, spezifisches Profil mit. Unser Ziel ist es, mit den besten 20.000 selbstständigen Spezialisten in Deutschland zu arbeiten. Das sind alles hochqualifizierte Experten. Um auf den CFO zurückzukommen: CFO ist eben nicht CFO. Unsere Aufgabe als Dienstleister ist es, im Gespräch mit dem Kunden zu evaluieren, welchen Spezialisten er in seiner Situation wirklich braucht. Geht es um Agilität, die über einen Coach in das Team eingebracht werden soll? Um neue Systeme und Prozesse, die schnell und einfach im Unternehmen implementiert werden sollen? Hier fragen wir genau nach. Wir begleiten den gesamten Prozess, vom Onboarding, über die Vertragsgestaltung, die Betreuung des Experten. Wir machen Compliance-Checks und haben auch die rechtlichen Grundlagen genau im Blick. Das heißt auch, dass wir dem Kunden unter Umständen auch von Interim Management abraten, wenn das beschriebene Stellenprofil eher auf eine Teilzeitbeschäftigung oder ähnliches hinweist. Wir verstehen uns als Partner des Kunden, arbeiten auf Augenhöhe, und uns ist sehr an einer nachhaltigen Zusammenarbeit gelegen. Deshalb hat jeder Kunde seinen persönlichen, festen Berater. Und deshalb fordern wir immer gezielt ein Feedback ein, sowohl vom selbstständigen Experten als auch vom Kunden, und lassen dieses in unsere Arbeit einfließen. Das sind fühlbare Mehrwerte für Unternehmen.

Herr Hoffmann, abschließend: Welche signifikanten Vorteile hat Ihren Erfahrungen nach ein CFO auf Zeit für Unternehmen? Sind diese messbar?

Mario Hoffmann:
Ganz klar, der 360-Grad-Blick als Experte von außen! Verbunden mit einem Mehrwert durch einen höheren Erfahrungsschatz für die jeweilige Situation und Anforderung als die internen Mitarbeiter. Ein selbstständiger Experte bringt auch zahlreiches und wertvolles Wissen aus anderen Unternehmen mit und kann so Situationen schneller einschätzen und schnell Entscheidungswege schaffen. Er ist zudem als externer Spezialist nicht betriebsblind, kann anders agieren als Festangestellte, und, immer unter der  Berücksichtigung der situativen und kulturellen Rahmenbedingungen, ohne Restriktion mit freiem Auftrag zielgerichteter die Themen angehen. Das schließt manchmal leider auch die Durch- und Umsetzung unbeliebter Maßnahmen ein. Als Selbstständiger sind Sie meist frei von Nebenaufgaben, Ablenkungen, Hierarchiedenken, notwendiger Rücksichtnahme oder sonstigen Hindernissen, die sich bei rein intern gemanagten Projekten manchmal auftürmen können. Zu den messbaren Mehrwerten: Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist für die Unternehmen transparent. Es ist nicht selten der Fall, dass, wenn ich ein Unternehmen verlasse, sich die Anzahl der für den Fachbereich oder die –bereiche erforderlichen Mitarbeiter durch die erfolgreiche Anpassung oder Implementierung von neuen Prozessen, Strukturen, Verantwortlichkeiten und Systemen reduziert hat. Oder weil zusätzliches  Know-how bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geschaffen wurde, das die vorhandenen Kosten für externe Berater in der Zukunft dauerhaft und nicht selten sogar signifikant senkt. Das ist eindeutig messbar und steigert den Unternehmenswert.

Zu den Personen

Mario Hoffmann

51 Jahre, lebt in München und Holzkirchen und ist seit rund 13 Jahren als selbständiger Interim Manager und Berater im Bereich CFO Services-Interim, Beratung und Projekte tätig.

Andreas Brück

37 Jahre, lebt in Hamburg und ist seit sieben Jahren für die KRONGAARD AG tätig. Die letzten fünf Jahre leitete er die Niederlassung am Standort Düsseldorf, seit dem 1. Januar 2019 verantwortet er für das Unternehmen den Gesamtvertrieb in Deutschland.