LinkedIn: Das soziale Netzwerk für Fach- und Führungskräfte

Digitalisierung Selbständigkeit

LinkedIn: Das soziale Netzwerk für Fach- und Führungskräfte

von Tonio Goldberg
Lesedauer 10 Min.

LinkedIn ist die Plattform, wenn es um Vernetzung geht. Trotzdem nutzen nicht alle Fach- und Führungskräfte diese Möglichkeit. Im Webcast erklärt Growth-Marketing-Experte Tomas Herzberger, warum das eine verschenkte Chance ist. Auch präsentiert der KRONGAARD-Experte fünf Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene.

LinkedIn: Das soziale Netzwerk für Fach- und Führungskräfte

LinkedIn ist die Plattform, wenn es um Vernetzung geht. Trotzdem nutzen nicht alle Fach- und Führungskräfte diese Möglichkeit. Im unserem Webcast erklärt Growth-Marketing-Experte Tomas Herzberger, warum das eine verschenkte Chance ist. Auch präsentiert der KRONGAARD-Experte fünf Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Auf LinkedIn versammeln sich Unternehmerinnen, Manager und Führungskräfte, um sich mit Kollegen, Geschäftspartnern und interessanten Persönlichkeiten zu vernetzen. Die Plattform ist gespickt mit sogenannten Thought Leadern und Influencern, die untereinander Links teilen, Artikel veröffentlichen oder ihre Meinung äußern. Die eigene Marke stärken und sich als Personal Brand positionieren – das ist in der heutigen Geschäftswelt wichtiger denn je.

LinkedIn bietet das perfekte Medium für diese Herausforderungen. Das weiß auch Tomas Herzberger. In seinem lehrreichen KRONGAARD Webcast erläutert der Growth-Marketing-Experte, wie Führungskräfte sich auf der Plattform genau positionieren, ihre Zielgruppen identifizieren und den eigenen Content gezielter ausspielen können. Unser Experte stellt Best-Practice-Beispiele vor und zeigt, wie jeder LinkedIn richtig einsetzen kann. Wir haben fünf Lehren aus dem Webcast von Tomas Herzberger destilliert.

  1. Richtig positionieren
     
  2. Optimierung des eigenen Profils
     
  3. Inhalte richtig vermitteln
     
  4. Guten Content erstellen
     
  5. LinkedIn in den Workflow integrieren

1. Richtig positionieren

„Bevor Sie Ihre ersten Postings machen, ist es wichtig, sich richtig zu positionieren. Das heißt: Definieren Sie ganz klar die Ziele, die Sie mit Ihrem Auftritt auf LinkedIn erreichen wollen. Dafür evaluieren Sie Ihre Stärken und die Zielgruppe. Jeder noch so gute Content verpufft, wenn er die falschen Leute erreicht. Arbeiten Sie mit diesen Punkten Ihren Personal Branding Pitch aus, um zielgerichtet zu starten.
Mögliche Ziele auf LinkedIn können sein:

  • Kundenanfragen generieren
  • das eigene Image verbessern
  • ein Netzwerk aufbauen oder erweitern
  • Für ihr Unternehmen nach innen und außen kommunizieren

Auf Grundlage des Pitches erstellen Sie den Slogan und die Info Ihres Profils. Dafür gilt: Formulieren Sie maximal zwei bis drei Sätze, die Ihre Tätigkeit beschreiben. Nutzen Sie wenige Fachwörter, damit auch branchenfremde Besucher den Inhalt verstehen. Diese Infobox ist keine Visitenkarte. Sie soll kurz und verständlich beschreiben, wer Sie sind und was Sie machen.“

2. Optimierung des eigenen Profils

„Vervollständigen Sie Ihr Profil! Das macht nicht nur einen guten ersten Eindruck auf potentielle Partner und Kunden, sondern LinkedIn belohnt Sie mit höherer Reichweite für Ihre Beiträge, wenn ihr Profil „Superstar“-Level erreicht hat. Somit können Sie auch Menschen außerhalb Ihrer Bubble erreichen.

Verlinken Sie im Bereich „Im Fokus“ multimediale Elemente. Das können ältere Posts oder Artikel sein, Präsentationen oder Videos. Dieser prominente Raum ermöglicht Besuchern einen umfassenden ersten Eindruck.

Viele LinkedIn-Nutzer unterschätzen zudem den Wert von Empfehlungen. Haben Sie mit einem Partner ein tolles Projekt zusammen abgeschlossen? Empfehlen Sie ihn! Und bitten Sie danach Ihren Kollegen oder ihre Kollegin, das ebenfalls zu tun. Dadurch erarbeiten Sie sich einen Social Proof und schaffen Vertrauenswürdigkeit. Das demonstriert Zuverlässigkeit und Kompetenz.“

3. Inhalte richtig vermitteln

„Ein Großteil der Zugriffe auf LinkedIn stammt von mobilen Geräten. Deswegen sollten Sie Ihre Beiträge ansprechend gestalten. Massive Textblöcke schrecken ab. Die Nutzer wollen scannen, nicht lesen. Achten Sie darauf, dass Leser Ihren Content leicht verarbeiten können und schnell erkennen, ob der Text für sie relevant ist.

Möglichkeiten bei der Textformatierung können sein:

  • Überschriften über und im Text
  • Fragen, die Sie den Lesern stellen
  • Bullet Points
  • Emojis
  • Freiraum zwischen einzelnen Textblöcken
  • Absätze

Nutzen Sie den Platz, den LinkedIn Ihnen bietet, um eine Geschichte zu erzählen. Kreieren Sie Eyecatcher, die den Leser an das Thema binden. Besonders gut eignen sich großformatige Hochkantbilder mit Fokus auf Ihrem Gesicht. Oder Sie leiten das Thema mit einer Grafik ein, die Interesse weckt.

Anspruchsvoller sind Videos. Dabei sollten Sie darauf achten, dass jeder Videobeitrag auch ohne Ton funktioniert. Nutzen Sie Untertitel, damit jeder dem Inhalt des Beitrags folgen kann. Die können Sie selber erstellen oder das Video auf YouTube hochladen. Die Plattform generiert nach einigen Stunden automatische Untertitel, die Sie herunterladen, bearbeiten und zusammen mit Ihrem Beitrag posten können. Wichtig ist eine möglichst hohe Verweildauer. Die belohnt LinkedIn mit mehr Reichweite.

Neben der Verweildauer hat LinkedIn einen zweiten Indikator, der Ihrem Profil mehr Reichweite bescherten kann – Engagement. Klicken und swipen sich viele Besucher durch Ihre Beiträge, belohnt Sie der Algorithmus. Er zeigt Ihren Content deutlich mehr Nutzern.“

4. Guten Content erstellen

„Viele Nutzer fragen sich, wie sie gute Themen für relevante Inhalte finden. Der Weg beginnt immer mit einem externen Trigger. Das kann ein Gespräch, ein gelesener Artikel oder ein Film sein. Decken sich diese Trigger mit Ihren Themen auf LinkedIn, entsteht daraus eine Beitragsidee. Bei der Formatwahl gibt es kein richtig oder falsch. Ob PDF-Karussell, Video oder eine Umfrage – nutzen Sie, was Ihnen am besten liegt. Den perfekten Beitrag gibt es nicht. Teilen Sie Ihre Geschichte, denn sie ist erzählenswert. Nutzen Sie wiederkehrende Schemata für Ihren Content.

  • Ein Eyecatcher und die Überschrift wecken zu Beginn das Interesse des Lesers.
  • Mit einer kleinen Anekdote erzählen Sie, wie die Idee zu diesem Beitrag entstand.
  • Ihre Geschichte bildet den Hauptteil.
  • Ordnen Sie ein, warum das Thema für Ihre Kontakte relevant ist.
  • Schaffen Sie einen Engagement-Trigger und animieren Sie zum Kommentieren.

Der Kommentarbereich wird auf LinkedIn häufig unterschätzt. Doch hier lernen sich neue Leute kennen und knüpfen Kontakte, die über das reine Stellen einer Kontaktanfrage hinausgehen. Die gesteigerte Interaktion beschert Ihrem Profil zusätzlich mehr Reichweite.

Sogenannte Engagement Trigger können Sie mit verschiedensten Mitteln setzen. Mit offenen Fragen fachen Sie eine Diskussion unter Ihren Beiträgen an. Das führt nicht nur zu mehr Reichweite, sondern erhöht auch die Chancen auf das Kennenlernen von neuen Kunden und Partnern.

Beispiele für diese Trigger sind eine Provokation, eine Umfrage oder ein aktueller Trend. Teilen Sie eigene Learnings mit Ihren Kontakten und markieren Sie andere Nutzer innerhalb des Posts. Das erzeugt Resonanz. Gehen Sie vor jedem Post eine gedankliche Checkliste durch. Diese beinhaltet drei Fragen:

  • Ist alles, was Sie geschrieben haben, wahr?
  • Ist Ihr Text freundlich und greift niemanden persönlich an?
  • Bietet der Beitrag Mehrwert oder ist zumindest lustig?

Alle drei Fragen können sie mit einem „ja“ beantworten? Dann ist Ihr Post bereit zur Veröffentlichung. Zweifeln Sie nicht zu lang an Ihrem Beitrag. Es muss nicht alles perfekt sein. Viel wichtiger ist die Botschaft und Vernetzung mit anderen.“

5. LinkedIn in den Workflow integrieren

„Viele Menschen in wichtigen Positionen sind nicht auf LinkedIn aktiv oder gar nicht erst angemeldet. Dafür gibt es keinen plausiblen Grund. Wer die Plattform in Zeiten einer weltweiten Pandemie nicht nutzt, wird vom Wettbewerb abgehängt.

Drei häufige genannte Gründe für die fehlende Präsenz auf LinkedIn sind:

  1. „Es wurde bereits alles gesagt.”:
    Das ist falsch. Wer Ihnen folgt, ist an Ihrer Meinung und Erfahrung interessiert und möchte keinen brandneuen Artikel über das Thema lesen.
     
  2. „Was sollen meine Kollegen, Mitarbeiter oder Partner von mir denken?”:
    Idealerweise honorieren sie Ihre gute Arbeit auf LinkedIn. Gerade jetzt, wo keine Messen und Veranstaltungen stattfinden, ist die Plattform der perfekte Ort, um zu netzwerken. Nutzen Sie diese Chance!
     
  3. „Ich habe keine Zeit, mich um LinkedIn zu kümmern.”:
    Das mag stimmen. Es benötigt Zeit, um sich zurechtzufinden. Aber die beansprucht der Besuch einer Veranstaltung auch. Je regelmäßiger Sie auf LinkedIn unterwegs sind, desto leichter fällt Ihnen das Handling auf der Plattform.

Planen Sie täglich zehn bis fünfzehn Minuten für Ihre Interaktion auf LinkedIn ein. Lesen Sie Beiträge, liken und kommentieren Sie Posts. Das ist kein großer Aufwand und lässt sich bequem in der Mittagspause erledigen. Versuchen Sie wöchentlich mindestens einen eigenen Beitrag zu veröffentlichen. Das dauert je nachdem, wie geübt Sie sind, zwischen zehn und dreißig Minuten. Hier ist Regelmäßigkeit wichtiger als die Frequenz. Nebenbei können Sie netzwerken, wann immer es passt. Stellen Sie Kontaktanfragen und folgen anderen Nutzern.

Ihre Posts veröffentlichen Sie am besten unter der Woche, wenn die Nutzer sowieso auf der Plattform unterwegs sind. Also morgens, in der Mittagspause oder nach dem Feierabend. Das sind die sogenannten Commuter-Zeiten.

Ein letzter Rat, bevor Sie auf LinkedIn durchstarten: Aktualisieren Sie Ihre Kontaktinformationen. Viele Nutzer mit Tausenden Followern haben in diesem Bereich immer noch ihre private Mailadresse hinterlegt.”

Über den Projektexperten

Tomas Herzberger ist Co-Founder von Schaffensgeist, der Beratung für digitale Souveränität. Seit 2006 unterstützt er Unternehmen dabei, durch Digital Marketing die Unternehmensziele zu erreichen. Sein Wissen vermittelt er auch Trainer (u.a. 121Watt, Haufe und Tomorrow Academy) sowie als Speaker. Tomas ist Co-Autor des Bestsellers “Growth Hacking: Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” sowie Herausgeber von “Think Growth”. Junge Startups unterstützt er als Mentor und bietet mit den Growth Hacking Meetups regelmäßig die Möglichkeit zum Wissensaustausch und Networking.

Tomas Herzberger - Co-Founder - Schaffensgeist

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